Manche meiner Fastenkurs-Teilnehmer: innen haben das Ziel, Gewicht zu reduzieren. In unseren Gesprächen erzählen sie mir oft, was sie schon alles probiert haben und woran sie bereits gescheitert sind. Der Wunsch nach Veränderung ist groß, aber der Weg dorthin scheint oft steinig und voller Hindernisse.
Klingt das bekannt? Du ernährst dich gesund, bewegst dich regelmäßig und trotzdem wollen die Kilos einfach nicht purzeln? Oder schlimmer noch, die Waage zeigt sogar mehr an? Das kann ganz schön frustrierend sein, oder?
In diesem Artikel möchte ich dir heute ein Thema näherbringen, das oft übersehen wird, aber eine entscheidende Rolle beim Abnehmen spielt: Stress – und was er mit deinem Säure-Basen-Haushalt zu tun hat.
Und weißt du, was das Schöne ist? Oft berichten mir meine Teilnehmer: innen nach den Fastenwochen, dass sie nicht nur während des Fastens abgenommen haben, sondern auch danach weiter abnehmen konnten. Sie erzählen mir, dass es ihnen leichter fällt, sich gesund zu ernähren, leckere Gerichte zuzubereiten und mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Das freut mich natürlich riesig und zeigt mir, dass Fasten nicht nur beim Entgiften und Abnehmen helfen kann, sondern auch dabei, langfristig einen gesünderen Lebensstil zu entwickeln. Aber zurück zum Thema Stress.
Stress ist nicht nur ein Gefühl
Stress ist nicht nur ein Gefühl, er beeinflusst deinen gesamten Körper. Wenn du gestresst bist, schüttet dein Körper vermehrt Cortisol aus, das sogenannte Stresshormon. Cortisol sorgt dafür, dass dein Körper Energie bereitstellt, um mit der Stresssituation umzugehen. Soweit so gut. Das Problem ist nur, dass in unserer modernen Welt die Stressauslöser meist nicht mehr körperlicher Natur sind (wie bei unseren Vorfahren, die vor einem Säbelzahntiger flüchten mussten). Wir hetzen von einem Termin zum nächsten, machen uns Sorgen um Job, Familie oder Finanzen. Unser Körper reagiert aber immer noch so, als müssten wir vor einem wilden Tier wegrennen.
Die bereitgestellte Energie wird nicht verbraucht – wir sitzen ja weiter am Schreibtisch. Der Blutzuckerspiegel bleibt erhöht, der Körper schüttet Insulin aus, und was an Energie nicht gebraucht wird, wandert in die Fettspeicher.
Cortisol – der Feind jeder Diät
Chronisch erhöhtes Cortisol ist nicht nur schlecht für die Gesundheit, es kann auch das Abnehmen sabotieren – und zwar auf drei Wegen.
Erstens macht Cortisol Appetit auf genau das, was wir eigentlich meiden wollen: Zucker und Fett. Das ist keine Willensschwäche, sondern Biochemie – dein Körper fordert schnell verfügbare Energie an.
Zweitens begünstigt dauerhaft hohes Cortisol, dass Fett bevorzugt am Bauch eingelagert wird. Genau dieses Bauchfett ist gesundheitlich das kritischste.
Drittens stört Stress den Schlaf – und zu wenig Schlaf bringt die Hunger- und Sättigungshormone Ghrelin und Leptin durcheinander. Am nächsten Tag hast du mehr Hunger und weniger Sättigungsgefühl. Ein Teufelskreis!
Und wo bleibt der Säure-Basen-Haushalt?
Jetzt fragst du dich vielleicht: Und was ist mit der Übersäuerung? Die spielt sehr wohl eine Rolle – nur anders, als oft behauptet wird.
Dein Blut-pH ist streng reguliert, daran ändert keine einzelne Mahlzeit etwas. Was deine Ernährung aber sehr wohl beeinflusst, ist die Säurelast, die dein Stoffwechsel Tag für Tag verarbeiten muss. Und genau hier schließt sich der Kreis zum Stress: Wenn wir unter Druck stehen, greifen wir zu Fertigprodukten, Zucker, Weißmehl, Kaffee und Alkohol – also genau zu den stark säurebildenden Lebensmitteln. Frisches Gemüse, Obst und Kräuter bleiben liegen.
Eine basenüberschüssige Ernährung ist deshalb weit mehr als ein Trend. Sie ist ein einfacher, alltagstauglicher Kompass für gute Lebensmittelqualität: viel Frisches, wenig Verarbeitetes. Wer sich daran orientiert, isst automatisch ballaststoffreicher, sättigender und mit weniger Blutzuckerspitzen – und tut damit genau das, was den Cortisol-Kreislauf durchbricht.
Raus aus dem Teufelskreis
Aber keine Sorge, es gibt Wege, aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Hier sind ein paar Tipps, die ich meinen Kunden: innen immer empfehle:
- Stress reduzieren: Finde heraus, was dich stresst und versuche, diese Stressfaktoren zu reduzieren. Entspannungstechniken wie TEM Wyda, Meditation, Yoga, autogenes Training oder ein Spaziergang im Wald, können dabei helfen.
- Basische Ernährung: Achte auf eine basenreiche Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, gesunden Pflanzenölen und Kräutern. Vermeide säurebildende Lebensmittel aus tierischen Produkten und verzichte weitestgehend auf Zucker, Weißmehlprodukte, Alkohol und Kaffee.
- Basenbäder: Ein warmes Basenbad ist ein wunderbares Entspannungsritual – es senkt den Stresspegel, tut der Haut gut und hilft dir, abends runterzukommen.
- Schlaf: Sieben bis acht Stunden sind keine Faulheit, sondern die wirksamste Stellschraube gegen Heißhunger am nächsten Tag.
- Trinken: Trinke ausreichend stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees, um deinem Körper bei der Entgiftung zu helfen.
- Fasten: Eine Fastenzeit wirkt auf beiden Ebenen gleichzeitig – sie entlastet den Stoffwechsel und schafft eine echte Auszeit vom Alltagsdruck.
Entspannt abnehmen
Denk daran, Abnehmen sollte kein Kampf sein. Indem du Stress reduzierst und deinem Körper mit einer basenreichen Ernährung mehr Qualität gönnst, nimmst du dem Cortisol die Dauerbelastung – und machst es dir deutlich leichter, überschüssige Pfunde loszuwerden. Ganz entspannt und ohne Verzicht.
Genau hier setzt Fasten an: Es ist die vielleicht wirksamste Kombination aus beidem – eine Auszeit für Kopf und Stoffwechsel zugleich. Oft reicht schon eine kurze Auszeit, quasi ein Fasten-Quickie, um den Körper wieder fit zu machen und ihn mit mehr Energie zu füllen bzw. sich von schlechten Ernährungsgewohnheiten zu lösen.
Und wenn du nach einem leckeren, basischen Rezept suchst, das dich beim Abnehmen unterstützt, probiere doch mal meinen bunten Quinoa-Salat mit gegrilltem Gemüse aus! Das Rezept findest du hier.
Ich hoffe, dieser Artikel hat dir geholfen, das Thema Übersäuerung und Stress besser zu verstehen. Wenn du Fragen hast oder Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir.
Katharina Hymer
mehr Balance – ärztlich geprüfte Fastenleiterin & Ernährungstraining

